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Besonderheit bei Geschäftsführervergütung an Kommanditisten bei GmbH & Co. KG
von Rechtsanwalt Michael Hüttenberger

 
Ein beliebtes Gestaltungsinstrument in der Steuerberatung ist die GmbH & Co. KG.
Da es sich dabei um eine besondere Form handelt, welche Vorteile der Personengesellschaft mit denen der Kapitalgesellschaften verknüpfen kann, nimmt sie diese Stellung sicher zu Recht ein. In die steuerliche Beratung sollten dabei unbedingt die gesellschaftsrechtlichen Besonderheiten abgestimmt auf die individuelle Situation Berücksichtigung finden.

Oft werden dabei die Besonderheiten nicht ausreichend berücksichtigt bzw. bedacht.
Folgender Standardfall im Bereich der GmbH & Co. KG ist nach der Rechtsprechung des BFH geklärt:

Der Fall
Ein Kommanditist ist gleichzeitig Gesellschafter-Geschäftsführer der Komplementär-GmbH und erhält hierfür Gehalt.

Die Besonderheit
Der Kommanditist nimmt eine Doppelfunktion wahr.
Nach Zivilrecht liegt bei vertraglicher Vereinbarung zwar ein Anstellungsverhältnis vor. Der Kommanditist ist neben seiner Organstellung bei der Komplementär-GmbH zugleich Mitunternehmer der KG. Die Tätigkeit als Geschäftsführer kann steuerrechtlich nicht von seiner Eigenschaft als Mitunternehmer abgelöst werden.

Steuerliche Folge
Das bezogene Gehalt gehört neben den Gewinnanteilen aus der KG als sog. Sondervergütung zu den Einkünften aus Gewerbebetrieb (§ 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG). Dementsprechend sind alle Gehaltszahlungen oder weitere Entgeltbestandteile von den im Gesetz gewährten Vorzügen für Arbeitnehmereinkommen (nichtselbständige Arbeit, § 19 EStG) ausgeschlossen, wie z.B. Anspruch auf Werbungskosten-Pauschbetrag, frühere Abfindungsbegünstigung nach § 3 Nr. 9 EStG, Versorgungsfreibetrag). Selbst die Zwischenschaltung einer GmbH (bspw. als Geschäftsführungs-GmbH) ist regelmäßig nicht anzuerkennen.

Weitere Themen im Überblick
Neben dieser beispielhaften Besonderheit ist bei der steuerlichen Beratung der GmbH & Co. KG und ihrer Gesellschafter noch zahlreiche weitere Themen zu beachten:
- korrekte Erfassung der Sonderbetriebsausgaben und Sonderbetriebseinnahmen
- ggf. Behandlung der GmbH-Anteile als Sonderbetriebsvermögen
- Gestaltungsmöglichkeiten bei der Einbringung bestehender Betriebe
u.v.a.m.

Schon wegen der zahlreichen Gestaltungsmöglichkeiten empfiehlt sich in jedem Fall eine individuelle Beratung in steuerlicher wie auch gesellschaftsrechtlicher Hinsicht.

Michael Hüttenberger
Rechtsanwalt


 
     

 

   © RA Michael Hüttenberger •  web@ra-huettenberger.de