Zurück
 
Überblick
 
Curriculum vitae
 
Schwerpunkte
 
Weitere Rechtsgebiete
 
Mitgliedschaften
 
Fachartikel
 
Kosten
 
Kontakt
 
Impressum

 

 

Banken müssen über bekannte steuerliche Risiken aufklären
von Rechtsanwalt Michael Hüttenberger

 
Häufig höre ich bei meiner Tätigkeit, dass Kapitalanleger von den Folgen einer Anlageentscheidung völlig überrascht sind.

Das nicht nur, wenn es um die zivilrechtlichen Folgen, d.h. den Umfang und die Intensität der rechtlichen Beziehungen zum Initiator der Anlage geht. Mindestens ebenso bedeutend sind die Folgen in steuerlicher Hinsicht (also bezüglich der entstehenden steuerlichen Pflichten, als auch im Blick auf die steuerlichen Auswirkungen).

Oft beschränken sich Vermittler - bisweilen auch renommierte Banken - auf plakative Aussagen zur angebotenen Kapitalanlage und versäumen die gegenüber dem Kapitalanleger angebrachte Darstellung der damit verbundenen Besonderheiten und Risiken.
Dies mag manches mal daran liegen, dass der "Berater" mehr auf die eigene Provision als auf die Interessen des individuellen Kapitalanlegers schaut. Oft besteht aber sogar bei den Beratern Unkenntnis über die rechtlichen Folgen der angebotenen Kapitalanlagen. Hier kann eine unabhängige Vermögensberatung - auf Honorabasis um einer Interessenkollision vorzubeugen - Abhilfe schaffen, weil diese sicherstellt, dass nur die Anlegerinteressen die stattfindende Beratung leiten.

Oft sparen sich Anleger aber diesen Weg und vertrauen beispielsweise Ihrer Bank.
So auch ein Bankkunde, welcher auf Rat seines Bankberaters - von diesem unterlegt mit einer Steuersparberechnung - einen Filmvertriebsfonds erwarb. Die bei der Anlageentscheidung bestehenden Unklarheiten zu dessen steuerlichen Behandlung führte später zu deutlich geringerer Steuerersparnis als von der Bank kalkuliert.

Das Oberlandesgericht Koblenz entschied in diesem Fall am 04.12.2006:
Investiert ein Bankkunde auf Anraten seiner Bank in ein Steuersparmodell, haftet die Bank, wenn zum Zeitpunkt der Kaufentscheidung die steuerliche Behandlung dieses Modells noch ungeklärt ist und die erhoffte Steuerersparnis später nicht eintritt.

Die Erfahrung lehrt in solchen Fällen, dass die vorsorgende Beratung in solchen Fällen im Ergebnis deutlich günstiger als die spätere Nachsorge ist und zudem den ganzen Ärger mit solchen Fehlentscheidungen erspart.

Zeitnahe Beratung kann nur empfohlen werden.

Michael Hüttenberger
Rechtsanwalt


 
     

 

   © RA Michael Hüttenberger •  web@ra-huettenberger.de