X R 43/12




 

 

Zurück
 
Überblick
 
Curriculum vitae
 
Schwerpunkte
 
Weitere Rechtsgebiete
 
Mitgliedschaften
 
Fachartikel
 
Kosten
 
Kontakt
 
Impressum

 

 

BFH: Gewinne aus Pokerturnieren können Einkommensteuer unterliegen
von Rechtsanwalt Michael Hüttenberger

 
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat kürzlich entschieden, dass Gewinne aus der Teilnahme an Pokerturnieren als Einkünfte aus Gewerbebetrieb der Einkommensteuer unterliegen können.

Der Hintergrund
Der Kläger des Verfahrens hatte über Jahre hinweg hohe Preisgelder aus der Teilnahme an Pokerturnieren erzielt, welche das Finanzamt der Einkommensteuer unterwarf.
Das Finanzgericht hat die Einnahmen des Klägers ebenfalls im Grundsatz als einkommensteuerbar bewertet.

Streitig war insbesondere die Frage, ob es sich bei dem Pokerspiel des Klägers um "reines Glücksspiel" handelte (wie z.B. beim Lottospiel).

Das Finanzgericht hat die vom Kläger gespielten Pokervarianten im Ergebnis nicht als reines Glücksspiel beurteilt, sondern war der Auffassung, dass bei diesen Varianten schon beim durchschnittlichen Spieler das Geschicklichkeitselement nur wenig hinter dem Zufallselement zurücktrete.
Mangels offenkundiger Bewertungsfehler sah sich der BFH an diese Wertung im konkreten Fall gebunden.

Der Kommentar
Dies dürfte nicht bedeuten, dass nunmehr jeder Pokerspieler steuerpflichtige Einkünfte erzielt.

Gerade in Grenzfällen wird es - wie stets - auf eine Abgrenzung zwischen einem am Markt orientierten Verhalten und einer nicht steuerbaren Betätigung ankommen, welche bei der Beurteilung als Gewerbebetrieb wesentlich am Merkmal der Nachhaltigkeit und Gewinnerzielungsabsicht und/oder der Abgrenzung zur privaten Vermögensverwaltung vorzunehmen ist.

Mithin ist die Abgrenzung stets eine Frage des Einzelfalles, insbesondere der jeweiligen Spielpraxis.

Michael Hüttenberger
Rechtsanwalt


 
     

 

   © RA Michael Hüttenberger •  web@ra-huettenberger.de