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Tankgutscheine können Sachbezug oder Barlohn sein
von Rechtsanwalt Michael Hüttenberger

 
Bei Tankgutscheinen für Arbeitnehmer wird mit der Finanzbehörde häufig streitig, ob es sich um einen Sachbezug oder um Barlohn handelt.
Dies ist wichtig, weil nur für Sachbezüge die monatliche sog. 44-EUR-Freigrenze gilt.

Wenn ein Warengutschein dem Arbeitnehmer ein direktes Bezugsrecht gegenüber dem Arbeitgeber-Unternehmen einräumt, ist die lohnsteuerliche Anerkennung als Sachbezug unproblematisch. Anders ist dies bei einem vom Arbeitnehmer bei einem Dritten einzulösenden Gutschein, beispielsweise bei einem vom Arbeitgeber gewährten Benzingutschein.

In diesen Fällen wird ein steuerlicher Sachbezug nur unter besonderen Voraussetzungen anerkannt.

Kein Sachbezug im lohnsteuerlichen Sinne liegt vor, wenn neben der Bezeichnung der abzugebenden Ware (hier: Benzin) ein anzurechnender Betrag oder Höchstbetrag angegeben ist. In diesen Fällen ist nach Auffassung der Finanzverwaltung von Barlohn im Sinne von § 8 Abs. 1 EStG auszugehen, sodass die Sachbezugsfreigrenze erst gar nicht anwendbar ist (R 8.1 Abs. 1 S. 7 LStR 2008).

Die steuerliche Anerkennung als Sachbezug setzt demnach voraus, dass auf dem Gutschein die Art und Menge der Ware (hier: Benzin) konkret angegeben ist und keinesfalls ein Geldbetrag.

Für den Zeitpunkt des steuerlichen Zuflusses beim Arbeitnehmer geht die Finanzverwaltung davon aus, dass dieser bei Einlösung gegenüber Dritten (hier: dem Tankstellenbetreiber) bereits mit Übergabe des Gutscheins zufließt, weil bereits dann ein Rechtsanspruch auf die Leistung gegenüber dem Dritten entsteht (R 38.2 Abs. 3, Hs. 1 LStR 2008).

Auch dem Begriff Freigrenze ist Beachtung zu schenken.
Er bedeutet, dass bei Überschreitung der monatlichen Grenze von 44 EUR auch nur um einen Cent die gewährten Sachbezüge vom ersten Cent an lohnsteuerpflichtig werden.

Sie sehen, dass steuerliche attraktive Gestaltung immer auch Mühe bei den Beteiligten voraussetzt, um die formalen Anforderungen korrekt zu erfüllen. Dies gilt schon beim Tankgutschein nicht nur für den hier ausgewählten Punkt der Abgrenzung zwischen Sachbezug und Barlohn.

Sollten Sie hierzu Beratungsbedarf haben, steht Ihnen der Unterzeichner gerne zur Verfügung.

Michael Hüttenberger
Rechtsanwalt


 
     

 

   © RA Michael Hüttenberger •  web@ra-huettenberger.de