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GmbH-Recht: Vorabausschüttung planen ?
von Rechtsanwalt Michael Hüttenberger

 
Wer mal selbst versucht hat z.B. als GmbH-Geschäftsführer in die Untiefen des Gesellschaftsrechts, sowie des Steuerrechts der GmbH vorzudringen wird eine große Komplexität festgestellt haben.

Fachkundige Beratung durch Angehörige der rechts- und steuerberatenden Berufe ist dann oft unerlässlich.
Nicht selten höre ich in der Beratung aber auch, dass sich die GmbH-Gesellschafter im Rahmen der laufenden Steuerberatung zu wenig über den Bereich möglicher Gestaltungen informiert fühlen.
Zeitnahe Einbeziehung von Gesetzesänderungen gehören aber zu einer guten und umfassenden steuerlichen Beratung.

Hierbei kann es sich möglicherweise anbieten eine Trennung zwischen bedarfsbezogener Gestaltungsberatung einerseits und der laufenden steuerlichen Beratung herbeizuführen, d.h. im Bedarfsfalle einen weiteren unabhängigen Berater hinzuzuziehen. Ich stehe Ihnen als Rechtsanwalt im Bereich der Gestaltungsberatung aufgrund meines eigenen Schwerpunktes im Steuerrecht und unter sachgerechter Einbeziehung des Gesellschaftsrechts gerne zu umfassender Beratung zur Verfügung.

Aus aktuellem Anlass möchte ich Ihnen mit Blick auf die Einführung der Abgeltungsteuer an einem Beispiel Gestaltungsmöglichkeiten zur Steuerersparnis aufzeigen. Die Frage soll im weiteren lauten:
Vorabausschüttung planen ?


Vorab möchte ich Ihnen einen kurzen Überblick über die steuerlichen Änderungen im Bezug auf GmbH-Anteile geben, um sodann die gestellte Frage zu beantworten.

Überblick zu Änderung bei der Gewinnausschüttung druch Einführung der Abgeltungsteuer 2009
Werden Gewinne einer Kapitalgesellschaft in 2008 an die Gesellschafter ausgeschüttet, so ist hierfür das Halbeinkünfteverfahren anzuwenden, d.h. die Ausschüttung ist hälftig steuerfrei - andererseits wird auch nur die Hälfte evtl. Aufwendungen berücksichtigt.

Für ab dem 01.01.2009 vorgenommene Gewinnausschüttungen wird dieses Halbeinkünfteverfahren bei Gesellschaftern, deren GmbH-Anteile sich im Privatvermögen befinden, durch die Abgeltungsteuer und bei Zugehörigkeit der GmbH-Anteile zum Betriebsvermögen durch das neue Teileinkünfteverfahren ersetzt.

Gründe für Gestaltungsbedarf bei GmbH-Anteilen im Privatvermögen
Der Artikel beschäftigt sich im weiteren nur mit der Frage nach dem Sinn einer Vorabausschüttung im Fall von GmbH-Anteile im Privatvermögen. Zu den anderen Themen stehe ich Ihnen auf Anfrage ebenfalls gerne zur Verfügung.

Befinden sich die GmbH-Anteile im Privatvermögen unterliegt die Gewinnausschüttung ab 2009 der Abgeltungsteuer von 25% zzgl. 5,5% Solidaritätszuschlag. In den seltenen Fällen eines niedrigeren persönlichen Steuersatzes besteht eine Besteuerungsoption zu diesem niedrigeren Steuerersatz. Jedenfalls sind Werbungskosten, wie bspw. Zinsen aus einer Fremdfinanzierung der GmbH-Anteile regelmäßig nicht mehr abzugsfähig, weil diese nach Vorstellung des Gesetzgebers bereits ab 2009 einheitlichen Sparerpauschbetrag von 801 € bzw. 1602 € bei zusammenveranlagten Ehegatten berücksichtigt sind. Auch hierzu bestehen - wie immer im Steuerrecht - Ausnahmeregelungen, deren Darstellung diesen Artikel jedoch leider sprengen würden.

Nachdem das Halbeinkünfteverfahren ab 2009 wegfällt und die Gewinnausschüttung wieder voll in die steuerliche Bemessungsgrundlage einfließt - wenn zu einem priviligierten Steuersatz - ergibt sich unter Berücksichtigung des Spitzensteuersatzes der Einkommensteuer inklusive der sog. Reichensteuer von 45% durch die Einführung der Abgeltungsteuer eine Steuererhöhung ! Einer Steuerbelastung (unter Einziehung der auf Ebene der GmbH anfallende Steuern) in 2008 von 46,49% steht eine Steuerbelastung in 2009 von 48,33% gegenüber.
Bei einer geringeren persönlichen Steuerbelastung erhöht sich der Steuersatzvorteil sogar noch !


Die günstigere Belastung des Jahres 2008 lässt sich nur dann sichern - und für den in 2008 erwirtschafteten Gewinn nutzen - wenn der Gewinn des Wirtschaftsjahres 2008 noch im Kalenderjahr 2008 im Wege der Vorabausschüttung ausgeschüttet wird.

Bei Vornahme der Vorabausschüttung ist aus gesellschafts- wie steuerrechtlichen Gründen Vorsicht geboten. Denn eine fehlerhaft ermittelte und damit letztlich zu hohe Vorabausschüttung, die gesellschaftsrechtlich zur Rückzahlung zwingt, kann weder als Werbungskosten noch als negative Einnahmen geltend gemacht werden. Es bleibt in diesen Fällen also trotz Rückzahlung bei der Steuerpflicht.

Sollten Sie Interesse an einer Prüfung der individuellen Situation hinsichtlich Vorabausschüttung bei Ihrer GmbH-Beteiligung haben, so stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Michael Hüttenberger
Rechtsanwalt


 
     

 

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